2020

Was hinter der richtigen Entscheidung steckt

Wie der BdP anhand ausgefeilter Theorie den praktischen Umgang mit Konflikten in der Meinungsbildung übt

Wie fallen Entscheidungen bei den Pfadfindern? Demokratisch legitimiert natürlich, das versteht sich von selbst. Und sonst? Sind alle Grundwerte und gesellschaftliche Strömungen wie Inklusion, Gleichberechtigung und Anerkennung der Freiheit immer einbezogen? Welche Standpunkte bringen die Akteure ein? Dem wollten die drei Pfadfinderbünde BdP, DPSG und DPB auf den Grund gehen und veranstalteten dafür ein ganz spezielles Seminar – einen Betzavta-Workshop.

Die Methode stammt aus Israel und hat das Ziel, verschiedene Vorstellungen von Zusammenleben sichtbar und erlebbar zu machen und diese mit den Lebenswelten der Teilnehmenden zu verbinden. Das klingt sehr theoretisch, aber der Workshop für die Altersstufe der jungen Erwachsenen wollte das Thema pfadfinderbezogen mit Leben füllen. Spielerisch und durch konkrete Aufgabenstellungen wurden die Teilnehmenden in gruppendynamische Situationen gebracht, die nicht frei von Konflikten waren. Es folgten die Reflexion und dabei ein Perspektivwechsel. Das führte dazu, dass die Teilnehmenden klarer zwischen Person und Standpunkt unterscheiden lernten. Manchmal blieb der Konflikt bestehen, manchmal löste er sich in Luft auf, weil sich ein Ausweg fand oder es überhaupt kein echter Konflikt gewesen war.

Ein Beispiel aus dem Gruppenleben der Pfadfinderinnen und Pfadfinder: Sie pflegen eine „Fachsprache“, die ein Neuling erst einmal nicht versteht. Und der will nicht dauernd nachfragen und fühlt sich deshalb unsicher. Also, sich einfach ausdrücken und Unbekanntes schnell und einfach erklären.

Oder die Sache mit der Freiheit. So die Freiheit, die der Einzelne für sich in Anspruch nimmt, damit aber unter Umständen die des Nächsten einschränkt. Hier spielt auch das Thema Gerechtigkeit mit hinein und das Akzeptieren „anderer“  Standpunkte und Meinungen. Das ist viel Stoff zum Diskutieren, Nachdenken, Reflektieren. Das Fazit war positiv, die Teilnehmenden hatten Schritte zu einem stärkeren Miteinander erfahren. Eine gute Basis, um gute Entscheidungen zu fällen.

Die Stiftung Pfadfinden unterstützte das Projekt mit einem Betrag von 450 Euro.

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