Die bündische Jugend, die Wandervogelbewegung und die Entwicklung des Pfadfindertums haben viel gemeinsam und in ihrer Gründerzeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts gesellschaftlich viel bewirkt, Freiheiten erobert und zur politischen Bildung beigetragen. Das ist bis heute so. Die Bündische Akademie spricht als Bildungsveranstaltung junge Menschen in dem genannten Umfeld an und will Verantwortung der Jugendarbeit, Erneuerung der Demokratie und neue Wege in der Pädagogik vermitteln. Zielgruppe der auf dem Jugendhof der evangelischen Jungenschaft Tyrker e.V. in Lüdersburg durchgeführten Veranstaltung sind Gruppenleiter und aktive, am Einstieg und Studium oder Berufsleben stehende Menschen aus den Gruppierungen.
Im Oktober 2025 traf sich eine Gruppe von 40 Teilnehmenden, darunter auch Mitglieder des Bundes der Pfadfinder:innen, unter dem zugkräftigen Titel „Normal ist das nicht!“. Es ging um Werte und Normen. Wo stammen Werte und Normen her, allgemeingültig präsent und subjektiv wahr- genommen? Eine interaktive Ausstellung stimmte auf das Thema ein. Ganz praktisch und auch provokativ dann das Insektenessen, und Werte und Normen des Essens zu diskutieren. Die schwierige Frage, wann Menschen nicht mehr „normal“ sind, wurde mit professioneller psychologischer Unterstützung bearbeitet. Gesellschaftlich brisant wurde es bei der Schilderung einer Aussteigerin der Sekte „Zeugen Jehovas“. Was es bedeutet, in dem Wertekonstrukt einer Sekte aufzuwachsen, sich davon zu befreien und eine eigene Moralvorstellung zu erarbeiten, beeindruckte die Gruppe.
Dass dieses Wochenende nicht mit der Thematik überfrachtet war, lag an Lagerfeuer, Tanz und Musik und nicht zuletzt an den gemeinsamen Mahlzeiten – eben eine Veranstaltung in guter bündischer Tradition.
Die Stiftung Pfadfinden unterstützte das Projekt mit einem Betrag von 500 Euro.

