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100 Jahre Stamm Greif – Jubiläumsfest in Wetzlar

Mehr als hundert ehemalige und aktive Pfadfinderinnen und Pfadfinder feierten dieses Jubiläum mit einem großen Fest. Rund um das Pfadfinderhaus in der Sixt-von-Armin-Straße standen Jurten, in denen sich die verschiedenen Generationen zum Wiedersehen trafen.

Der Stamm Greif wurde 1926 gegründet und hat seitdem viele Generationen von Kindern und Jugendlichen geprägt. Besonders in den 1970er- und 1980er-Jahren war der Stamm mit fast 200 Mitgliedern sehr groß. Viele der damaligen Pfadfinderinnen und Pfadfinder sind bis heute miteinander verbunden.

Das wurde auch beim Jubiläumsfest deutlich. Die älteste Teilnehmerin war Jahrgang 1944 und erinnerte sich noch an ihre damalige Mädchensippe. Auch langjährige Freunde aus der Partnerstadt Hoorn in den Niederlanden hatten sich auf den Weg nach Wetzlar gemacht. Alte Fotos und Dokumente wurden mitgebracht und sorgten für viele Erinnerungen und Geschichten aus vergangenen Fahrten und Lagern.

Auch wenn die aktuelle Anzahl der Pfadfinder*Innen nicht ganz so groß ist, so sorgen nach wie vor engagierte Gruppenleiter*Innen für ein spannendes und prägendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in dieser Gemeinschaft.

Emelie Nerger und Sophie Zindl von der heutigen Stammesführung begrüßten die Gäste. Sie erinnerten daran, was die verschiedenen Generationen vereint: draußen in der Natur unterwegs zu sein, gemeinsam mit Freundinnen und Freunden in der Kothe zu sitzen, zu singen und die Gewissheit zu haben, durch die gemeinsamen Werte der Pfadfinderinnen und Pfadfinder miteinander verbunden zu sein.

Geschäftsführer Michael Metzler gratulierte dem Stamm im Namen der Stiftung Pfadfinden und überreichte einen Gutschein für Zelt- und Lagermaterial. Für ihn war der Abend zugleich ein ganz persönliches Wiedersehen Er selbst ist seit 1971 Mitglied im Stamm Greif.: Viele der Menschen, die er beim Jubiläum traf, kannte er noch aus seiner eigenen aktiven Pfadfinderzeit.

Auch die Geschichte des Stammes kam beim Fest nicht zu kurz. Karin Dittrich-Brauner, heute Ehrenvorsitzende der Stiftung Pfadfinden, erinnerte an die Gründungsjahre und die Zeit bis zur Zerschlagung der Pfadfinderarbeit durch die Nationalsozialisten. Sabine Westermann berichtete über Christoph Gaede, den Namensgeber des Pfadfinderhauses. Er kam 1978 bei einem terroristischen  Bombenanschlag in Nablus im Westjordanland ums Leben. Pia Zindl wies auf die zahlreichen und besonderen Fahrten und Lager aus der Geschichte des Stammes hin.

Oberbürgermeister Manfred Wagner wurde durch den Wetzlarer Partnerschaftsdezernenten Thomas Heyer vertreten. Heyer zeigte sich beeindruckt von der besonderen Atmosphäre des Festes und war selbst überrascht, wie viele ehemalige Pfadfinderinnen und Pfadfinder er aus seinem eigenen Umfeld kannte. Er gratulierte dem Stamm Greif zu seinem 100-jährigen Bestehen und überreichte einen Scheck der Stadt Wetzlar als Jubiläumsgeschenk. Zugleich würdigte er die Bedeutung des Stammes für die Stadtgesellschaft. Die Pfadfinderarbeit leiste einen wichtigen kulturellen und gesellschaftlichen Beitrag, bereichere das Spektrum der Stadt und trage zu einer vielfältigen Gesellschaft bei.

Nach dem offiziellen Teil wurde bis spät in die Nacht gefeiert. Bei Kuchen, Grill und Tschai wurden Geschichten ausgetauscht, alte Freundschaften aufgefrischt und natürlich auch am Lagerfeuer gemeinsam gesungen.

Ein gelungenes Jubiläum für einen Stamm, der nach 100 Jahren noch immer aktiv ist und heute Kindern und Jugendlichen in Wetzlar Pfadfinden ermöglicht.